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Über die Freimaurerei

Was die Freimaurerei ist:

Auf diese Frage gibt es unzählige Antworten. Jeder Freimaurer auf der Welt kann eine andere Definition geben. Ohne Dogma verzichtet die Freimaurerei auf eine allgemein verbindliche Erklärung. Die Freimaurer verbindet eine gemeinsame Lebensanschauung, eine Haltung. Eine oft gebrauchte, alte englische Definition ist:

Was ist Freimaurerei? Daheim ist sie Güte, im Geschäft ist sie Ehrlichkeit, in Gesellschaft ist sie Höflichkeit, bei der Arbeit ist sie Anständigkeit! Für den Unglücklichen ist sie Mitleid, für den Schwachen ist sie Hilfe, für den Starken ist sie Vertrauen. Dem Gesetz gegenüber ist sie Treue, gegen das Unrecht ist sie Widerstand. Beim Reuigen ist sie Verzeihen, für den Glücklichen ist sie Mitfreude. Vor Gott ist sie Ehrfurcht und Liebe.

Lessing antwortet in „Ernst und Falk“: Freimaurerei ist nichts Willkürliches, nichts Entbehrliches, sondern etwas Notwendiges, das im Wesen der Menschen und in der bürgerlichen Gesellschaft gegründet ist.

Die Schweizer Großloge „Alpina“ antwortet: Der Zweck des Freimaurerbundes ist die Erziehung seiner Mitglieder zum wahren Menschentum. Die Mittel hierzu sind die Übung der von den mittelalterlichen Bauhütten übernommenen symbolischen Gebräuche, die gegenseitige Belehrung über die wichtigen Angelegenheiten der Menschheit, die Pflege des Idealen und Anregung zu wahrer Freundschaft und Bruderliebe. Jeder soll diese Grundsätze außerhalb der Loge verbreiten, die Aufklärung nach Kräften fördern und der Intoleranz entgegentreten. In der Loge werden die Mitglieder durch gemeinsames Erleben von Symbol und Ritual zur Selbsterziehung angeregt. Durch Eintreten für die Würde des Menschen und Pflege der Brüderlichkeit und durch Übung der Wohltätigkeit versuchen die Freimaurer, die Ideale der Humanitätzu verwirklichen.

In der Erzählung „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint Exupéry versinnbildlichen sich eine ganze Reihe freimaurerischer Eigenschaften, beispielsweise: Nachdenklichkeit / Idealismus / Achtung vor der Natur in Form von Pflanzen (Rose) und Tieren (Fuchs) / Freundschaft / Nächstenliebe / Demut vor dem unendlichen Kosmos.

In einem Satz kann man auf die Frage, was Freimaurerei ist, antworten: Die Freimaurerei hilft mit, dass jeder Bruder ein ausgeglichener Mensch und damit die Welt ein wenig menschlicher wird.

Die Ideen, die hinter der Freimaurerei stehen

Die Freimaurerei ist ein Kind der Aufklärung und versucht, dem Menschen mit Hilfe der Vernunft zum „Ausgang aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit‘ (Immanuel Kant) zu verhelfen. Die Aufklärung versucht, den Erkenntnisprozess voranzubringen, weg von überkommenen Vorurteilen, Traditionen, Konventionen, Dogmen, Institutionen usw. Die bürgerliche, mitwirkende Gesellschaft tritt in den Vordergrund. Die Naturwissenschaft tritt ihren Siegeszug an. Die Unabhängigkeitserklärung der USA und die Ideale der französischen Revolution sind von dem Gedanken der Aufklärung bestimmt. Noch heute streben wir nach nach dem Ideal der „Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit“.

Trotz vieler sozialer und humanitärer Reformen trat aber auch die Überschätzung menschlichen Intellekts – anstelle der Empfindung – auf, die zum Materialismus, Nihilismus, Atheismus führte.

Ziele, die die Freimaurerei verfolgt

Ich habe immer wieder hören müssen, das Ziel und der wahre Endzweck der Freimaurerei seien Toleranz und Humanität. Ich betrachte diese Eigenschaften als notwendiges und selbstverständliches Nebenprodukt eines richtig gegangenen freimaurerischen Weges. Das Ziel selbst ist die innere Wandlung des Menschen, das Wiederauffinden des verlorenen Logos und das Erlebnis der Einbettung in das schattenlose Licht. (Ludwig von Pölnitz, 1925 – 1982)

Die Freimaurerei ist eine Lebenshaltung, die zur Selbstkritik beiträgt, weil sie Anspruchsdenken und Machtstreben missbilligt. Sie fördert den Kreislauf des Gebens und Nehmens und trägt damit zur Humanisierung der menschlichen Gemeinschaft und zur Persönlichkeitsbildung des einzelnen Menschen bei.

Man könnte auch sagen, die Freimaurerei sei absichtslos. Sie verfolgt keine nach außen gerichteten Ziele, wie bei der Wanderung auf einer Urlaubsreise das Ziel örtlich voraussehbar und vorgegeben ist. Aber statt einen Zweck zu verfolgen, sammelt man vor allem Eindrücke, Erlebnisse, Ausblicke, die die Anstrengung vergessen machen. Der Kopf leert sich und am Ende bleibt eine erfrischende, mutmachende Erfahrung.

Wer kann aufgenommen werden

Nach der ältesten Satzung der Freimaurerei aus England (von James Anderson 1723), die im Grunde heute noch gültig ist, kann „jeder freie Mann von gutem Ruf“ um Aufnahme nachsuchen. Unter „frei“ ist dabei vor allem die innere Freiheit gemeint, wichtige Entscheidungen für das eigene Leben selbst treffen zu können. Außerdem frei sein von bestimmten Süchten, von Spielleidenschaft bis zu extremer Arbeitssucht. Der „gute Ruf“ braucht meist nicht durch ein polizeiliches Führungszeugnis nachgewiesen werden. Der die Aufnahme suchende Kandidat sollte eine Vertrauensperson nennen, die über ihn Auskunft geben kann.

Da der „gute Ruf“ nicht objektivierbar ist, sollte die Zeit der Annäherung an die Freimaurerei zum gegenseitigen Kennenlernen genutzt werden und bedarf einer gewissen Geduld.

Sollten Sie sich also durch die Freimauerei und unsere Loge „Teutonia zur Weisheit“ angesprochen fühlen, dann nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf und besuchen Sie unsere Gästeabende.